Auf Selbsterkundung zum juristischen Lernen

Wichtig ist, die juristische Welt nicht als Bedrohung, sondern als verlockende Stätte Ihres jurastudentischen Aufbruchs und hoffentlich bald Ihrer Erfolgserlebnisse in Klausuren zu begreifen. Der Kluge tut deshalb gleich anfangs, was der Träge erst am Ende tut. Alle erfolgreichen Studenten tun dasselbe. Nur in der Zeit liegt der Unterschied. Der eine tut es zur rechten, der andere zur unrechten Zeit. Viele Studenten leben lieber in ihrem bekannten depressiven Unglück des Nichtlernens, als zu dem ihnen (noch) unbekannten Glück des erfolgreichen juristischen Lernens aufzubrechen. Im ewigen Kontinuum von Ursache und Wirkung fühlt sich der Jurastudent dann besonders unwohl, wenn er nicht mehr wegschauen kann und erkennt:
„Das da bin ja ich! Und das ist, was ich tue! Und das ist, was ich nicht tue! Und wenn ich so weitermache, dann … “.

Tja, sieht so aus, als könne man dagegen nichts machen! Sieht aber nur so aus! Es gibt drei Arten von Jurastudenten: die intelligenten, die disziplinierten und die Mehrheit. Hier stellt sich spätestens für den intelligenten Jurastudenten die Frage nach dem richtigen Lernen des juristischen Lernens. Bevor Sie also weiterlesen, sollten Sie zu einer kurzen Bestandsaufnahme den folgenden Selbsterkundungsbogen gewissenhaft ausfüllen (keine mehrfachen Ankreuzungen!). Wahrheiten, die Sie über Ihr Studium zu sagen versuchen, können nur das Produkt einer gewissenhaften Selbstprüfung sein.

Wenn Sie insgesamt zwischen 34 und 50 Punkten erreicht haben, macht Ihnen Jura Spaß und Freude. Sie haben keine echten Lernschwierigkeiten und ich kann Ihnen nur raten: Machen Sie weiter, Sie sind auf dem richtigen Weg!
Liegt Ihre Gesamtpunktzahl zwischen 115 und 136, können Ihnen meine Lern-Ratschläge kaum noch helfen. Ihr Einstieg in die Juristerei ist nicht gelungen! Sie müssen Ihr Studium von Anbeginn neu konzipieren, Ihr Lernverhalten völlig ändern, sich besser motivieren und vor allem: lernen wollen.
Falls Ihr Gesamtergebnis zwischen 51 und 114 Punkten liegt, werden besonders Sie sehr viel Nutzen aus diesem Blog ziehen können.

Es geht mir hier auch gar nicht so sehr um die Punkte. Wichtig ist, dass Sie beim Ausfüllen des Fragebogens festgestellt haben, wie Sie bisher gelernt haben. Sie wurden mit Ideen konfrontiert und haben reflektiert! Dadurch ist Ihnen klar geworden, woran Ihr Studium „krankt“, worin Ihre Unlust, Ihre Fehler, Ihre Fluchttendenzen aus den wahren Lernaktivitäten in Scheinaktivitäten möglicherweise begründet sind. Es nutzt kein allgemeines Lamento. Nutzen Sie stattdessen die Ihnen durch den Fragebogen anempfohlene genaue Selbstanalyse, das schonungslose Beschreiben Ihrer Fehler und die in der Bestandsaufnahme „versteckten“ „Auf-die-Sprünge-Helfer“ zu einem Umsteuern Ihres Lernens. Denken Sie daran: Eigene Entdeckungen sind immer besser als vorgefertigte Rezepte.

Diese Erkenntnisse kommen nicht schlagartig, sondern allmählich. Der Bogen sollte Ihnen dabei helfen. Etwas beginnt sich unterwegs in Ihrem Jurastudium langsam zu verändern: Sie verstehen die Gesetze und Juristensprache besser, können den Vorlesungen bald mit Erfolg „folgen“, die Lehr- und Lernstoffe werden immer vertrauter, die Methoden des juristischen Denkens und Arbeitens erschließen sich immer mehr und Sie stellen fest, die Kommilitonen kochen auch alle nur mit Wasser.

Aber denken Sie auch immer daran: Wer A, wie Jurastudium, sagt, der muss nicht B, wie Weitermachen, sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war. Jetzt, im Angesicht des Selbsterkundungsbogens, stellt sich spätestens die Frage nach A und B und, wenn B, dann nach der Optimierung Ihres juristischen Lernens. Die Antwort beginnt mit der ehrlichen Einsicht in Ihre eigene Begrenztheit oder aber in Ihre nach oben offene Unbegrenztheit. Und: Mit einem gesunden Misstrauen oder aber Vertrauen in Ihre eigene Disziplin und Ihren eigenen Fleiß.